Welche Franchise lohnt sich? Die Rechnung dahinter
Von Fabian Bucher · Stand 16.09.2026
Die Franchise ist der Betrag, den Sie im Jahr selbst zahlen, bevor die Kasse überhaupt anfängt. Je höher Sie ihn wählen, desto tiefer die Prämie. Welche Stufe zu Ihnen passt, hängt an einer einzigen Frage: Wie viel geben Sie in einem normalen Jahr für Arzt und Medikamente aus?
Die Stufen
Erwachsene wählen zwischen CHF 300, 500, 1'000, 1'500, 2'000 und 2'500. Für Kinder gibt es die Stufen CHF 0 bis 600. Die tiefste Stufe, CHF 300 für Erwachsene und CHF 0 für Kinder, nennt man die ordentliche Franchise.
Zur Franchise kommt immer noch der Selbstbehalt: 10 Prozent von allem, was über der Franchise liegt, höchstens CHF 700 im Jahr für Erwachsene und CHF 350 für Kinder. Dazu CHF 15 pro Tag im Spital. Diese Beträge sind bei jeder Franchise gleich, daran können Sie nichts drehen.
So rechnen Sie
Für eine höhere Franchise gibt die Kasse Ihnen einen Rabatt auf die Prämie. Wie gross er sein darf, steht im Gesetz: höchstens 70 Prozent von dem, was Sie zusätzlich selbst tragen. Wer statt CHF 300 die Franchise CHF 2'500 nimmt, trägt CHF 2'200 mehr selbst und spart dafür bis zu CHF 1'540 Prämie im Jahr. Die meisten Kassen geben das Maximum.
Daraus ergibt sich eine Faustregel, die ich in jedem Gespräch brauche: Bleiben Ihre Gesundheitskosten im Jahr unter rund CHF 2'000, nehmen Sie die höchste Franchise. Liegen sie regelmässig darüber, die tiefste. Die Stufen dazwischen sind fast nie die beste Wahl. Der Rabatt pro Franken Franchise ist bei jeder Stufe gleich, das Risiko wird bei den mittleren Stufen aber nicht kleiner.
Ein Beispiel. Sie gehen zweimal im Jahr zum Hausarzt und holen ein paar Medikamente, zusammen CHF 600. Mit Franchise 300 zahlen Sie CHF 300 plus 10 Prozent von den restlichen CHF 300, also CHF 330. Mit Franchise 2'500 zahlen Sie die ganzen CHF 600 selbst, sparen aber gegen CHF 1'500 Prämie. Unter dem Strich bleiben Ihnen gut CHF 1'200 mehr im Portemonnaie.
Wann die tiefe Franchise richtig ist
- Wenn Sie eine chronische Krankheit haben, regelmässig in Behandlung sind oder teure Medikamente brauchen.
- Wenn eine Operation ansteht oder Sie schwanger sind. Die Mutterschaftsleistungen selbst sind ab der 13. Schwangerschaftswoche von Franchise und Selbstbehalt befreit, alles andere in dem Jahr aber nicht.
- Wenn CHF 2'500 auf einen Schlag Sie in Schwierigkeiten bringen würden. Die schönste Prämienersparnis nützt nichts, wenn die Arztrechnung dann nicht bezahlt werden kann. Mein Tipp: Legen Sie die Ersparnis jeden Monat auf die Seite. Nach zwei Jahren ist das Polster da.
Wechseln geht jedes Jahr
Die Franchise können Sie auf jeden 1. Januar ändern. Wollen Sie sie erhöhen, reicht eine Mitteilung an die Kasse bis Ende Jahr. Wollen Sie sie senken, gilt der 30. November. Die Kasse müssen Sie dafür nicht wechseln. Im Vergleich von Klarsicht können Sie am Regler ziehen und sehen sofort, was die Franchise mit Ihrer Prämie macht.